Gunnar Drucklieb • 25. November 2025

Im Schweigen beginnt die Magie


Die Qualität der Rauhnächte und der Wert eines ruhigen Einstiegs

Es gibt Zeiten, die sich nicht nehmen lassen, sondern uns vielmehr finden. Zeiten, die nicht bloß im Kalender stehen, sondern wie ein unsichtbarer Atemzug durch die Welt gehen. Die Rauhnächte gehören zu diesen besonderen Schwellenmomenten. Sie sind jene zwölf uralten Nächte zwischen den Jahren, in denen die Zeit angeblich stillsteht, die Tore zwischen den Welten sich öffnen und die Seele erinnert wird, dass sie mehr ist als ein erschöpftes Bündel menschlicher Alltagsgeschichten.


Doch die tiefe Qualität dieser Nächte offenbart sich nicht einfach so. Sie öffnet sich nur jenen, die bereit sind, innerlich langsamer zu werden – wie Schnee, der nicht fällt, sondern schwebt. Die Rauhnächte leben vom Zuruhekommen, vom bewussten Übergang, von diesem leisen Sich-Bereit-Machen, das so viele in unserer rastlosen Welt verlernt haben.

Wir müssen uns gewissermaßen erweichen, bevor die alte Weisheit der Rauhnächte überhaupt zu uns sprechen kann.


Warum die Tage vor den Rauhnächten entscheidend sind

Der eigentliche Zauber beginnt nicht am 24. Dezember oder am 21. Dezember – er beginnt vorher, ganz unscheinbar, im Inneren. In jener Zwischenzone, in der das Jahr noch läuft, wir aber schon spüren, dass es müde ist und heimkehren möchte. Die Wochen vor den Rauhnächten sind eine Einladung, die Geschwindigkeit zu drosseln. Innerlich und äußerlich. Denn jedes Ritual, jede Intention, jede Vision, die wir in den Rauhnächten erschaffen wollen, braucht Raum – und Raum entsteht nur in Stille. Daher ist der ruhige Einstieg nicht bloß ein „Nice-to-have“, sondern ein Fundament.


Ein ruhiger Vorlauf schafft:

  • Seelenklarheit: Wenn dein innerer See ruhig ist, zeigt sich endlich, was lange unter der Oberfläche geschlummert hat.
  • Tiefe Verbindung: Die Wahrnehmung der subtilen Zeichen, Träume und intuitiven Impulse verstärkt sich.
  • Innere Ordnung: Nicht äußerlich aufräumen, sondern seelische Schubladen sichten – was darf ins neue Jahr mitkommen, was nicht?
  • Kraft: Ruhe ist kein Stillstand. Ruhe ist Sammlung. Und Sammlung ist Stärke.
  • Den heiligen Übergang: Wer gehetzt die Schwelle betritt, stolpert hinein. Wer sich vorbereitet, schreitet.


Die alten Kulturen wussten das. Die Menschen legten ihre Tätigkeiten nieder, gaben dem Feuer Raum, hörten zu, lauschten den Ahnen und spürten: Jetzt beginnt etwas anderes.


Die besondere Qualität der Rauhnächte

Die Rauhnächte sind keine lineare Zeit. Sie sind eine spiralförmige, ein zyklischer Tanz zwischen Ende und Anfang. In diesen Nächten zieht sich der Alltag zurück wie ein Tier in seine Höhle. Und was übrig bleibt, ist reine Wirklichkeit.


Die Rauhnächte stehen für:


1. Innere Reinigung

Nicht durch Entsagung, sondern durch Bewusstheit.
Das Alte wird nicht weggedrückt, sondern gewürdigt – und erst dadurch losgelassen.


2. Traumtiefe

Die Träume in diesen Nächten sind wie Boten aus einer anderen Ebene.
Nicht zufällig, sondern symbolisch.
Nicht laut, sondern entblößend ehrlich.


3. Verbindung zu den Ahnen

In der Stille hören wir die Stimmen derer, die uns vorausgegangen sind.
Sie tragen Wurzeln in sich, die wir längst vergessen haben.


4. Rückzug als Kraftmoment

Die Rauhnächte geben der Seele einen geschützten Raum, in dem sie sich neu sortieren kann – ohne die Zumutungen des Alltags.


5. Neugeburt

Nicht im äußeren Sinne, sondern im inneren:
Die Rauhnächte sind eine Keimzeit. Was du hier säst, beginnt im Januar zu wachsen. Ihre Energie ist sanft, aber tief. Still, aber unmissverständlich. Sie ruft nicht, sie flüstert – und gerade deshalb verändert sie uns.


Warum wir das Tempo bewusst verlangsamen müssen

Wir leben in einer Welt, die uns ständig antreibt: schneller, weiter, effizienter. Doch die Seele versteht diese Sprache nicht. Sie spricht in Atemzügen, in Stille, in Ritualen, im Rauschen der Dunkelheit. Ein ruhiger Start in die Rauhnächte ist wie das Stimmen eines Instruments vor einem heiligen Konzert. Niemand würde einfach drauflos spielen, ohne vorher den Klang zu prüfen. Warum erwarten wir also, dass die Rauhnächte uns berühren, wenn wir selbst noch innerlich auf Autopilot rennen?


Die Vorbereitung ist kein zusätzlicher Aufwand, sondern eine Rückkehr. Ein Heimkommen zu uns selbst. Ein Anerkennen, dass zwischen den Jahren nicht nur ein Übergang im Kalender liegt – sondern ein Übergang in unserem Bewusstsein.


Die Kraft des langsamen Ankommens

Wenn du dir Zeit nimmst, bevor die ersten Rauhnächte beginnen, legst du die Grundlage für eine innere Reise, die tief und transformierend sein kann. Vielleicht ist es ein täglicher Spaziergang in der kalten Luft, vielleicht ein bewusstes Räuchern, vielleicht ein Tagebuch, vielleicht ein leises Versprechen an dich selbst. Du bereitest dich nicht auf eine Tradition vor, sondern auf dich. In der Ruhe offenbart sich die Wahrheit. Im Stillwerden beginnt die Einweihung.


Und zum Schluss... der Weg zu Auruna

Wenn du diese besondere Zeit nicht allein begehen möchtest – wenn du die Tiefe, die Stille, die Magie und das alte Wissen gemeinsam erleben möchtest – dann findest du in AURUNA – Der Rauhnachtzauber genau jenen Raum, der dich trägt. Ein geschützter Ort, an dem sich Seele und Zeit begegnen. Ein Kreis der Ruhe, der Klarheit, der Intuition. Ein Ruf zurück zu dir selbst. Denn die Rauhnächte beginnen dort, wo du dich bereit machst, gehört zu werden.




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von gdrucklieb • 15. September 2026
Wir haben uns in unserer modernen Welt daran gewöhnt, den Menschen aufzuteilen. Da ist der Körper, für den die Medizin zuständig ist. Da ist die Psyche, mit der wir zum Psychologen oder Psychotherapeuten gehen. Und irgendwo daneben befindet sich noch etwas, das wir Seele, Geist oder Spiritualität nennen und für das unsere Gesellschaft keinen ganz eindeutigen Ort mehr kennt. Diese Aufteilung ist praktisch und hat zweifellos dazu beigetragen, dass wir Krankheiten heute erkennen und behandeln können, an denen Menschen früher gestorben wären. Und doch entsteht dadurch ein merkwürdiges Bild vom Menschen, als bestünden wir aus verschiedenen Abteilungen, die möglichst wenig miteinander zu tun haben. Der Begriff Psychosomatik beginnt bereits, diese Trennung wieder infrage zu stellen. „Psyche“ und „Soma“, Seele beziehungsweise Geist und Körper, werden miteinander in Beziehung gesetzt. Wir wissen heute sehr genau, dass chronischer Stress nicht nur ein Gedanke ist. Angst findet nicht ausschließlich im Kopf statt. Trauer ist keine rein geistige Angelegenheit. All diese Erfahrungen verändern unseren Körper. Herzschlag, Atmung, Muskelspannung, Schlaf, Verdauung, hormonelle Prozesse und das autonome Nervensystem reagieren auf die Welt, in der wir leben, und auf die Art, wie wir diese Welt erleben. Ebenso wirkt der Körper zurück auf unser seelisches Erleben. Der Mensch ist kein Geist, der zufällig in einem Körper wohnt. Er ist ein lebendiges Ganzes. Und genau an dieser Stelle wird Psychosomatik aus schamanischer Sicht interessant. Denn in einem schamanisch geprägten Weltverständnis ist die Vorstellung eines isolierten Menschen ohnehin fremd. Der Mensch existiert nicht unabhängig von seiner Umgebung, seiner Gemeinschaft, seiner Geschichte und seinen Beziehungen. Er steht in Verbindung. Mit anderen Menschen, mit seiner Herkunft, mit den Tieren, Pflanzen und Landschaften, mit den Erfahrungen seines Lebens und schließlich auch mit jenen Bereichen seiner Existenz, für die unsere Sprache manchmal nur unzureichende Begriffe besitzt. Wenn wir den Menschen auf diese Weise betrachten, erscheint die Vorstellung plötzlich gar nicht mehr besonders außergewöhnlich, dass seelische Erfahrungen körperliche Spuren hinterlassen können. Wir kennen das schließlich alle aus unserem eigenen Leben. Angst kann uns den Magen zusammenziehen. Eine Nachricht kann uns im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen wegziehen. Trauer kann sich wie ein Gewicht auf die Brust legen. Unter dauerhafter Anspannung ziehen wir die Schultern hoch, pressen die Zähne zusammen oder schlafen schlecht. Niemand würde ernsthaft behaupten, diese körperlichen Reaktionen seien eingebildet. Der Körper nimmt an unserem Leben teil. Er erlebt unsere Geschichte mit. Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Krankheit eine verborgene spirituelle Botschaft enthält. Gerade an dieser Stelle halte ich Vorsicht für notwendig. Mir begegnet in spirituellen Zusammenhängen immer wieder die Vorstellung, man müsse bei einer Erkrankung lediglich herausfinden, „was die Seele damit sagen möchte“. Rückenschmerzen werden dann zum Zeichen dafür, dass jemand zu viel trägt, Hauterkrankungen zu einem vermeintlichen Abgrenzungsproblem und schwere Erkrankungen schlimmstenfalls zum Ausdruck eines ungelösten seelischen Konflikts erklärt. Solche Deutungen können nicht nur medizinisch falsch sein, sondern für Erkrankte ausgesprochen verletzend werden. Denn plötzlich trägt ein Mensch neben seiner Krankheit auch noch die Vorstellung mit sich herum, er habe sie auf irgendeine Weise selbst verursacht. Eine schamanische Betrachtung, wie ich sie verstehe, sollte einen Menschen nicht kleiner machen und ihm keine Schuld geben. Sie sollte seinen Blick erweitern. Wenn mein Körper erkrankt, gehört deshalb zunächst die körperliche Ebene ernst genommen. Eine Infektion bleibt eine Infektion. Ein Bandscheibenvorfall bleibt ein Bandscheibenvorfall. Eine Autoimmunerkrankung lässt sich nicht dadurch wegdeuten, dass wir eine symbolische Erklärung für sie finden. Medizinische Diagnostik und Behandlung haben ihren Platz, und schamanische Arbeit sollte nicht versuchen, diesen Platz einzunehmen. Doch damit muss unsere Betrachtung des Menschen nicht enden. Wir können zusätzlich fragen, wie es diesem Menschen eigentlich in seinem Leben geht. Unter welchem Druck steht er? Wie schläft er? Welche Beziehungen nähren ihn und welche erschöpfen ihn? Wann hat er zuletzt wirkliche Ruhe erlebt? Gibt es Trauer, die keinen Raum bekommen hat? Gibt es Angst? Lebt dieser Mensch noch in einem Rhythmus, der seinem eigenen Wesen entspricht, oder funktioniert er seit Jahren gegen sich selbst? Hat er das Gefühl, zu seinem Leben zu gehören, zu anderen Menschen, zur Natur und letztlich zu sich selbst? Das Entscheidende dabei ist das Wort „zusätzlich“. Denn damit verändert sich die Perspektive. Wir suchen nicht mehr nach einer geheimen psychischen Ursache für jedes körperliche Leiden. Wir betrachten stattdessen das gesamte Geflecht, in dem ein Mensch lebt. Aus schamanischer Sicht würde ich dieses Geflecht noch weiter fassen. Unsere moderne Kultur hat Verbindung zu etwas gemacht, das wir offenbar gelegentlich herstellen müssen. Wir fahren am Wochenende in die Natur, um „wieder Verbindung zu bekommen“. Wir meditieren, um „bei uns anzukommen“. Wir besuchen Seminare, um unseren Körper wieder zu spüren. Allein diese Formulierungen erzählen bereits eine erstaunliche Geschichte. Offenbar empfinden viele Menschen ihren gewöhnlichen Alltag als einen Zustand, in dem genau diese Verbindung nicht selbstverständlich vorhanden ist. Ein schamanisches Weltverständnis würde die Frage möglicherweise vollkommen anders stellen. Nicht: Wie stelle ich Verbindung her? Sondern: Wie konnte ich vergessen, dass ich verbunden bin? Damit bekommt auch der Körper eine andere Bedeutung. Er ist nicht nur das biologische Fahrzeug, das uns möglichst störungsfrei durch unseren Alltag transportieren soll. Er ist die unmittelbarste Form unserer Beziehung zur Welt. Durch ihn frieren wir im Wind, riechen Erde nach einem Regenschauer, spüren die Hand eines anderen Menschen, erleben Angst, Lust, Erschöpfung, Geborgenheit und Schmerz. Der Körper befindet sich immer in der Gegenwart. Unser Denken kann zwanzig Jahre zurückreisen oder sich Sorgen über die nächsten zehn Jahre machen. Der Körper sitzt währenddessen hier. Das macht ihn auf eine eigenartige Weise ehrlich. Nicht unfehlbar und nicht mystisch allwissend, aber ehrlich in seiner Reaktion. Wer über Monate unter Spannung lebt, kann irgendwann feststellen, dass sein Körper diese Spannung längst übernommen hat. Die Schultern sind hochgezogen, der Kiefer angespannt, die Atmung flach. Der Mensch sagt möglicherweise noch: „Es geht schon.“ Sein Körper erzählt gleichzeitig: „Es ist viel.“ Darin liegt für mich eine der interessantesten Brücken zwischen moderner Psychosomatik und einer schamanischen Betrachtung des Menschen. Wir müssen den Körper nicht mystifizieren, um ihm zuzuhören. Und Zuhören bedeutet nicht automatisch Interpretieren. Wenn ich während einer schamanischen Arbeit meinen Körper bewusst wahrnehme und eine Enge in meiner Brust entdecke, muss ich daraus nicht sofort eine große Geschichte machen. Ich kann zunächst bei dieser Wahrnehmung bleiben. Wie fühlt sie sich an? Wann kenne ich dieses Gefühl? Was geschieht, wenn ich ihm Raum gebe? Welche Erinnerung taucht auf? Welches Bild? Welche Emotion? Oder geschieht überhaupt nichts? Manchmal ist eine Spannung eben eine Spannung. Und manchmal öffnet sich dahinter eine ganze Landschaft. Genau diese Offenheit scheint mir wesentlich zu sein. Der schamanische Weg muss nicht darin bestehen, für jedes Symptom eine Erklärung zu besitzen. Im Gegenteil. Eine ernsthafte spirituelle Praxis sollte unsere Fähigkeit erhöhen, das Nichtwissen auszuhalten. Wir begegnen dem, was da ist, bevor wir entscheiden, was es bedeutet. Dadurch verändert sich auch unser Verhältnis zu Krankheit. Krankheit ist dann weder Feind noch automatisch Lehrer. Auch die häufig gehörte spirituelle Behauptung, jede Krankheit sei eine Chance, empfinde ich als problematisch. Wer starke Schmerzen hat, schwer erkrankt ist oder um sein Leben fürchtet, braucht nicht zwingend jemanden, der ihm erklärt, welches Wachstumspotenzial darin verborgen liegt. Krankheit darf zunächst einfach Krankheit sein. Schmerz darf Schmerz sein. Und dennoch können wir uns fragen, was diese Erfahrung mit unserem Leben macht. Nicht: „Warum habe ich diese Krankheit erschaffen?“ Sondern: „Was zeigt mir mein gegenwärtiges Leben über mich?“ Das ist eine vollkommen andere Frage. Sie enthält keine Schuld. Sie öffnet einen Raum. Möglicherweise liegt genau dort die schamanische Dimension der Psychosomatik. Nicht in einer Tabelle, in der jedem Organ eine seelische Bedeutung zugeordnet wird. Nicht in der Behauptung, man könne Krankheiten durch die richtige spirituelle Erkenntnis beseitigen. Sondern in der Rückkehr zu einem Menschenbild, das den Menschen nicht auseinanderreißt. Körper, Psyche, Beziehungen, Biografie, Gemeinschaft, Landschaft und Spiritualität sind keine voneinander hermetisch abgeschlossenen Räume. Sie berühren und beeinflussen einander. Manche dieser Zusammenhänge können wir wissenschaftlich sehr gut beschreiben. Andere erleben wir subjektiv. Und wieder andere bleiben geheimnisvoll. Ein schamanischer Weg muss dieses Geheimnis nicht auflösen. Er kann uns vielmehr lehren, darin wieder aufmerksam zu werden. Wir müssen dafür nicht zurück in eine Vergangenheit, in der Krankheit ausschließlich mit Geistern, Flüchen oder unsichtbaren Mächten erklärt wurde. Ebenso wenig müssen wir in einem Menschenbild verharren, in dem der Körper lediglich eine Maschine ist, deren defektes Bauteil repariert werden muss. Zwischen diesen beiden Extremen liegt ein erstaunlich weiter Raum. Dort steht wieder ein Mensch. Ein Mensch mit einem Körper, einer Geschichte, Beziehungen, Ängsten, Erinnerungen, Wünschen und einer tiefen biologischen Zugehörigkeit zu dieser Welt. Ein Mensch, dessen Körper nicht gegen ihn arbeitet, nur weil er Symptome entwickelt. Und auch kein Körper, dessen jedes Symptom entschlüsselt werden müsste wie eine geheime Nachricht.  Manchmal braucht der Körper Medizin. Manchmal braucht die Psyche Unterstützung. Manchmal braucht ein Mensch Ruhe, Berührung, Gemeinschaft, Natur, Trauer, ein Ritual oder schlicht jemanden, der wirklich zuhört. Und manchmal braucht er mehrere dieser Dinge gleichzeitig. Für mich beginnt genau dort eine schamanische Sicht auf Psychosomatik: nicht mit der Suche nach einer spirituellen Erklärung für Krankheit, sondern mit der Erinnerung daran, dass der Mensch nie aus voneinander getrennten Einzelteilen bestanden hat. Dass unser Körper unsere Lebensgeschichte begleitet, unsere Umwelt auf uns wirkt und unser inneres Erleben nicht irgendwo außerhalb unserer Biologie stattfindet. Heilung bedeutet dann nicht zwangsläufig, dass jedes Symptom verschwindet. Heilung kann auch bedeuten, wieder in Beziehung zu kommen – zum eigenen Körper, zur eigenen Geschichte, zu anderen Menschen und zu jener lebendigen Welt, von der wir nie wirklich getrennt waren.
von Gunnar Drucklieb • 31. August 2026
Können wir in Europa echte Schamanen sein?